2019 wurde die Dreikönigenschule aufgrund von PCB-Belastung abgerissen, bereits 2012 hatte der Umzug ins Gebäude des Berufsbildungszentrums Hammfelddamm stattgefunden. Jetzt – stolze 14 Jahre später – endlich die Rückkehr: „Als Bauherr investiert die Stadt Neuss einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau. Entstehen soll eine moderne Grundschule für rund 240 Kinder – mit Mensa, Bewegungsräumen, offenen Lernbereichen und Angeboten für den Ganztag“, erklärt Bürgermeister Reiner Breuer. Baubeginn ist voraussichtlich im Herbst dieses Jahres, im Schuljahr 2028/29 sollen die Grundschüler hier unterrichtet werden.
„Mit vereinten Kräften ist es den Eltern aus dem Viertel und den Lehrkräften seitdem gelungen, die Verlagerung zu meistern“, sagt der SPD-Stadtverordnete Tobias Schenkel. Gemeinsam mit der SPD Neuss habe er sich dafür eingesetzt, im Zuge der Neuaufstellung des städtischen Gebäudemanagements einen realistischen Zeitplan für den Neubau der Dreikönigenschule auszuarbeiten. Verbindlich zugesagt war seitdem ein Baubeginn im Jahre 2026. „Deswegen freuen wir uns, dass der von Bürgermeister Reiner Breuer zugesagte Zeitplan jetzt wie versprochen eingehalten werden kann“, so Schenkel. Dies belege erneut, dass die Neuaufstellung des Gebäudemanagements funktioniere.
Die SPD möchte in der ersten Sitzung des neuen Schulausschusses einen detaillierten Sachstandsbericht rund um den Neubau der Dreikönigenschule erhalten und kündigt diesen Antrag unter anderem in den Sozialen Medien an. Sehr zum Ärger der Neusser CDU: „Ein ähnlich lautender Antrag liegt bereits von uns vor“, so Dominique Lindow, CDU-Sprecher im Schulausschuss, „und der hat der SPD auch vor ihrer Antragstellung vorgelegen“. Dieses öffentliche Vorpreschen der SPD bedauert Lindow, „eigentlich hatten wir nach der Kommunalwahl einen anderen Weg eingeschlagen“, erinnert er sich an das Bestreben der vermehrten Zusammenarbeit der demokratischen Ratsparteien.
Auch Dirk Jansen, Vorsitzender des Stadtelternrats Neusser Schulen, blickt skeptisch auf den SPD-Antrag. Er hatte gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Stadtelternrats, der Schulpflegschaft der Dreikönigenschule sowie Neusser Christdemokraten den CDU-Antrag erarbeitet. Die SPD sei auch eingeladen worden, habe aber keine Zeit gehabt, an diesem Treffen teilzunehmen. Dass die Sozialdemokraten mit einem sehr ähnlich lautenden Antrag nun an die Öffentlichkeit gegangen seien, obwohl sie vom CDU-Antrag hätten wissen sollen, hält Jansen für unnötig.
Wie auch immer: Jetzt werden im kommenden Schulausschuss zwei nahezu gleichlautende Anträge behandelt – von zwei Parteien, die seit Monaten von einer engen Zusammenarbeit zum Wohle der Demokratie reden. Alles halb so schlimm, wäre nicht eine der beiden Parteien öffentlich vorgeprescht ...
Bürgermeister Breuer möchte übrigens auch den Standort am Hammfelddamm für eine Grundschule erhalten. Eine gute Entscheidung mit Blick auf die geplanten Neubaugebiete auf dem ehemaligen Alexianer-Areal und dem Etex-Gelände – und dann ist da noch das neue Stadtquartier im Hammfeld mit rund 1.500 Wohnungen, das in den kommenden Jahren entstehen soll. Rolf Retzlaff