: Nach dem Abi geht’s erst einmal nach Afrika

: Nach dem Abi geht’s erst einmal nach Afrika

Viele junge Menschen, die heute von der Schule abgehen, haben noch keine Ahnung, was sie genau machen wollen nach dem beendeten Schulabschluss. Während früher der Zivil- oder Wehrdienst jungen Männern diese Entscheidungen zumindest für ein paar Monate abnahm, bliebt heute die Qual der (freiwilligen) Wahl.

Reuschenberg. Natürlich gibt es die Möglichkeit des freiwilligen sozialen Jahres, doch die wird heutzutage viel zu selten in Anspruch genommen. Doch wer sich bewusst für so eine Aufgabe entscheidet, macht dies aus einem Herzens-Bedürfnis heraus.

Leonard Wehrheim ist Abiturient an der Gesamtschule an der Erft. Für die Zeit nach bestandenem Abschluss hat er ziemlich genaue Pläne: Er möchte nach Afrika reisen und sich hier in der Entwicklungshilfe engagieren. Für den jungen Mann stand schon immer fest, dass er einen Auslandsaufenthalt an die Schulzeit anhängen will.

Jedoch war ihm auch immer klar, dass es nicht ein einfacher Work-and-Travel-Aufenthalt werden sollte, wie bei vielen seiner Altersgenossen. Leonard will etwas Sinnvolles leisten. Das gute Gefühl haben, nicht nur seinem Vergnügen zu folgen, sondern auch etwas sinnvolles tun und versuchen seiner neuen Umgebung etwas zurück zugeben.

Leonard berichtet: „Ich habe schon ein bisschen was von der Welt gesehen, doch ich wollte etwas kennenlernen, was sehr weit von dem entfernt ist, was ich bereits als Urlaubsziel kennengelernt habe.“ Die Wahl fiel dabei recht schnell auf Afrika, da dieses Land, dieser Kontinent Leonard schon seit Kindesbeinen an fasziniert. „Ich gebe zu, dass ich zuerst das Bild von Löwen und Elefanten im Kopf hatte, als ich über Afrika nachdachte. Die reiche Tierwelt hat mich bereits in Kindertagen in Geschichten und Erzählungen so fasziniert, dass ich sie unbedingt selbst kennenlernen wollte. Natürlich ist mir klar, dass das dieses Bild vermutlich nichts mit der Realität zu tun haben wird!“, aber gerade darauf ist er gespannt und vorbereitet. Er tritt seine Reise an mit dem Deutsch-Südafrikanischen Jugendwerk e.V. (DSJW), einer gemeinnützig anerkannten Entsendeorganisation. Freiwillige und Praktikanten erhalten die Gelegenheit, Partnerorganisationen in Südafrika kennenzulernen.

Die DSJW wird vom Bundesministerium für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert.

Die jungen Leute sollen in einer sozialen Einrichtung vor Ort das Leben hautnah und unmittelbar erfahren. Leonard hat sich ein Kinderheim, das Abraham-Kriel-Youth-and-Care-Center in Potchestroom ausgesucht, in dem er mit anpacken möchte. Am 15. August geht sein Flug. Doch vorher ist er noch auf der Suche nach Sponsoren. Dieses große Abenteuer ist zwar kein Urlaub, doch auch dieses ehrenamtliche Projekt will finanziert sein. Alleine Flug und Versicherung machen 75 Prozent der Kosten aus. Im Moment kann Leonard ungefähr 25 Prozent der Kosten selbst finanzieren.

In den Jahren 1992–1995 erhielt das DSJW Fördergelder der südafrikanischen Regierung, die hauptsächlich für die Professionalisierung und Etablierung der Vereinstätigkeit genutzt wurden.

Seit 1996 finanziert sich das DSJW hauptsächlich selbst durch seine Einnahmen aus Vereinsaktivitäten. Einzige Fremdeinnahme stellen die jährlichen Mitgliederbeiträge und Spenden dar. Das Geld nimmt Leonard natürlich nicht selbst an, sondern das Ganze wird über die Organisationen delegiert. Wer Interesse hat und dieses Engagement unterstützen will, kann sich jedoch trotzdem direkt an Leonard wenden. Er wird die entsprechenden Kontakte herstellen. Zu erreichen ist er unter der E-Mailadresse Leonard.wehrheim@gmx.de. Selbstverständlich wird Leonard auf Wunsch auch Spendenquittungen für die Unterstützer ausstellen. Seine Investoren will Leonard auch von Afrika aus per Internet stets auf dem aktuellen Stand halten.

Thomas Broich

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