Start-up-Center für Neuss geplant

Wegweisend: Das Pressehaus soll zum Leuchtturmprojekt werden : „Zukunft braucht einen Ort“: Innovation für Start-ups geplant

Wegweisend und zukunftsorientiert: So soll das Start-up-Center aussehen, das der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt, die Sparkasse und der Eigentümer des Pressehauses an der Moselstraße etablieren wollen. Hier soll ein Ort des Wachstums und der Kreativität geschaffen werden — bewusst ohne feste Grenzen.

Ein Leuchtturmprojekt soll es werden, stetig wachsen und von Neusser Unternehmen mitgestaltet werden: das geplante Start-up-Center im Pressehaus an der Moselstraße. "Ziel ist es, das Klima für innovative Gründungen bei uns durch den Aufbau der dafür erforderlichen Infrastruktur weiter zu verstärken", erklärt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Motivation hinter dem Projekt.

Hierfür eine Plattform für Co-Working zu errichten, scheint ihm logisch. "Wenn man einmal zurück denkt, gab es so etwas schon früher, nur anders — in Bäckergassen zum Beispiel", führt er an und meint: "Es ist gut, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu befruchten."

Da gibt ihm Andreas Galland recht. Der Leiter der Neusser Wirtschaftsförderung weiß um den guten Standort der Stadt — zentral zwischen Köln und Düsseldorf —, weiß aber auch: "Es gibt immer Leute, die zum Arbeiten nach Köln oder Düsseldorf gehen wollen. Aber sie sollten es nicht müssen." Um das zu erreichen und den Gründungsstandort Neuss zu stärken, möchte er jetzt gemeinsam mit den Kooperationspartnern "mit Manpower an die Sache herangehen".

Mit dem neuen Hub sollen junge Unternehmensgründer an den Standort geholt und hier gehalten werden. Thomas Belting von den Immobilieneigentümern hat bereits ein positives Beispiel für ein Innovationshub dieser Art in einem seiner anderen Objekte gesehen — das "Super7000" in Düsseldorf, das als Mutter aller Co-Working-Spaces gilt. "Wir wollen keine Glaspaläste, wir wollen ,Hidden Champions' wie dieses Gebäude hier", weiß Belting, dass der Trend hin zur Einfachheit geht. Im Center, das sich an Start-ups aus der Informationstechnologie und verwandte Branchen richten soll, sollen alte Hasen auf die "jungen Wilden" treffen.

Neusser Unternehmer sollen sich ebenfalls einmischen, wenn es an die Konzeptionierung geht. Die übernimmt die Kommunikations- und Innovationsagentur Blanko GmbH, die auch "Super7000" betreibt, gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen von Stadt und Kreis. Blanko-Geschäftsführer Markus Lezaun: "Zukunft braucht einen Ort. Wir wollen hier einen ikonischen Platz für Neues schaffen."

Fabian Winkler, Bereichsdirektor Privat- und Firmenkunden der Sparkasse Neuss, möchte mithelfen, seine mittelständischen Kunden mit an Bord holen. Die öffentlich-rechtlichen Kooperationspartner tragen die externen Kosten der Initiierungsphase, die Eigentümer der Immobilie die Kosten der externen Beratung und Unterstützung der Implementierungsphase.