So soll die Parkplatznot in der Innenstadt gelindert werden Parkhausnutzung billiger machen+++Parkplätze schaffen

So soll die Parkplatznot in der Innenstadt gelindert werden Parkhausnutzung billiger machen+++Parkplätze schaffen

Für den einen "liest es sich wie ein Programm zur Förderung des Verkehrs in der Neusser Innenstadt" (Roland Sperling, Die Linke), für den anderen ist es "eine Maßnahme zur Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt" (Manfred Bodewig, FDP): Der Stadtrat hat am Freitag einem Maßnahmenkatalog zugestimmt, mit dem die aktuellen Parkplatzprobleme rund um die City reduziert werden sollen.

Ein Ziel: Der ruhende Verkehr soll in die Parkhäuser gelockt werden. Dies soll erreicht werden mit einer Erhöhung der Gebühren an den Parkautomaten in der Innenstadt um jeweils 20 Cent auf 1,40 Euro pro Stunde sowie auf 70 Cent im übrigen Stadtgebiet. Gleichzeitig soll das Parken in den von der City-Parkhaus GmbH betriebenen Parkhäusern Tranktor, Niedertor und Rheintor 1,40 statt wie bisher 1,50 Euro pro Stunde kosten. Die Inhaber eines Bewohnerparkausweises könnten von einer weiteren Gebührensenkung profitieren: Sie könnten einen Stellplatz in einem der drei genannten Parkhäuser künftig für 60 Euro pro Monat anmieten — rund 50 Prozent günstiger als bisher.

Heftig diskutiert wurde im Stadtrat die Frage, ob künftig eine halbe oder eine ganze Stunde in den Parkhäusern frei geparkt werden dürfe. "Eine kostenlose Stunde lädt Autofahrer im Individualverkehr ein, das erhöht den Parkdruck in der Innenstadt", so Sperling. Sven Schümann (CDU) regte ein Abrechnen im 15-Minuten-Takt an. Eine Entscheidung soll allerdings erst in der kommenden Sitzung des Hauptausschusses am 14. März getroffen werden; CDU und Grüne unterstützen aktuell eine 30-minütige kostenlose Nutzung der Parkhäuser, SPD, FDP und UWG bevorzugen die einstündige Variante. Die Stadtverwaltung soll ermitteln, wie hoch die jeweiligen Kosten beziehungsweise Verluste bei den kostenfreien Parkzeiten sein würden.

Auch will die Verwaltung künftig die stichprobenartige Überwachung des ruhenden Verkehrs in den Abendstunden und an den Wochenenden einführen. Schümann fragte an, ob eine Umsetzung auch ohne zusätzliches Ordnungspersonal möglich sei. Dies soll die Verwaltung klären.

Bürgermeister Reiner Breuer machte in der Ratssitzung deutlich, dass es auch um die Minimierung des Parksuchverkehrs gehe. Zudem würden immer mehr Menschen in der Innenstadt wohnen wollen, "und dafür müssen wir ausreichend Anwohner-Parkplätze anbieten können."

Da dürften selbst ausgelastete Parkhäuser künftig nicht reichen, denn durch aktuelle und künftige Baumaßnahmen steigt der Parkdruck stetig. Zumal die Stadt Neuss laut Verwaltungsbericht mit derzeit 673 Fahrzeugen auf 1.000 Einwohner zu einer "hoch motorisierten Stadt in NRW" zählt. Und so soll kurzfristig neuer Parkraum geschaffen werden, unter anderem auf der Kaiser-Friedrichstraße (Umwidmung des Gehwegs auf der Stadtgartenseite in den Abschnitten Gielenstraße bis Drususallee und Drususallee bis Kanalstraße — 44 Parkplätze), Preußenstraße (Umnutzung von Straßenbegleitgrün — vier Parkplätze), Jahnstraße und Rheydter Straße. Auch könne laut Verwaltung die Nutzung von Schulparkplätzen außerhalb des Schulbetriebs — abends und an Wochenenden — rund 200 Parkmöglichkeiten für die Bewohner der Innenstadt schaffen.

Elektronischer Parkschein

Künftig sollen die Gebühren an den Parkscheinautomaten in der Innenstadt auch mit dem Mobiltelefon bezahlt werden können. Der Parkvorgang wird per App, Anruf oder SMS gestartet und nach Bedarf beendet. Damit sollen sowohl Überzahlungen für nicht genutzte Parkzeiten als auch Verwarngelder wegen abgelaufener Parkscheine entfallen.

(Kurier-Verlag)
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