1. Kaarst

Kaartser Einzelhändler appeliert in Zeiten des Coronavirus

Appell eines Einzelhändlers : „Halten Sie sich an die Handlungsanweisungen!“

Die Ausnahmesituation im Einzelhandel bleibt bestehen, insbesondere Betreiber von Supermärkten erleben in ihrem Berufsleben Szenen wie niemals zuvor. Da sind Kreativität, Flexibilität und Geduld gefragt.

Frischemarkt-Inhaber Thomas Röttcher aus Kaarst ist derzeit ständig unter Strom: „In den vergangenen beiden Tagen hatte ich acht bis neun Vorstellungsgespräche. Wir brauchen dringend Personal und ich werbe aktiv bei Menschen, die bis jetzt zum Beispiel in Fitnesstudios, im Messebau oder in der Gastronomie gearbeitet haben.“

Auch wenn sich die Situation in der Coronakrise ständig ändert, steht hier am REWE-Rötscher-Standort fest: Es bleibt weiterhin von 7 bis 22 Uhr von Montag bis Samstag geöffnet. Der Waren-Nachschub ist gesichert und wird es auch weiterhin bleiben, trotzdem entschied sich Thomas Röttcher dazu, bestimmte Produkte zu rationieren. „Unsere Zulieferer arbeiten derzeit 24 Stunden am Tag, trotzdem sind manche Regale im Handumdrehen leer. Als Hausherr habe ich zum Glück die Freiheit, zu entscheiden, was ,handelsübliche Mengen’ sind. Und bei einigen Produkten ist diese Vorgabe derzeit sehr angebracht.“

Marktinhaber Thomas Röttcher freut sich: „Die Zusammenarbeit ist oberspitze!“. Foto: Kurier Verlag GmbH/Rolf Retzlaff

Waren wie Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, H-Milch, Hefe, Brot, Zucker, Mehl, passierte Tomaten, Tunfisch in der Dose, Chips, Nuss-Nougatcreme, Pesto, Speiseöl und Konserven werden Einzelhändlern derzeit immer noch förmlich aus der Hand gerissen. Auch in Kaarst konnte man da in den vergangenen Tagen bereits unschöne Hamsterkauf-Szenarien erleben. Umso dankbarer ist Thomas Röttcher, dass er sich in dieser Situation auf sein Team verlassen kann: „Die Zusammenarbeit ist oberspitze!“, sagt er, „hier steht einer für den anderen ein und springt ein, auch wenn es einmal eng werden sollte. Auch in dieser Krise läuft das Unternehmen wie eine gut geölte Maschine. Natürlich kommt es auch hin und wieder zu pannungen, weil alle unter Strom stehen, aber das geht vorbei.“

Bei Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen ist Thomas Röttcher immer auf der Höhe der Zeit. In den letzten Tagen ließ er unter anderem ein Handwaschbecken für Kunden und Mitarbeiter vor dem Markt an der Neusser Straße 6-10 errichten. Vor der Kasse wurden auf dem Boden große farbige Punkte angebracht, die die Kunden auf den idealen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern in der Schlange zu ihren Mitmenschen hinweisen und es wurden Kassenschutz-Vorrichtungen aus Plexiglas errichtet, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf vor Infektionen schützen sollen.

Zulieferer dürfen die Lagerhallen des Marktes nicht mehr betreten und müssen die neuen Waren vor dem Gebäude abladen. Das sind nur einige Beispiele der Vorkehrungen, die zusätzlichen Schutz bringen sollen. Thomas Röttcher, der sich auch aus persönlichem Interesse intensiv mit der Coronakrise und ihren Begleitumständen beschäftigt hat, wird nicht müde, seine Mitarbeiter und Mitmenschen darauf hinzuweisen: „Halten Sie sich an die allgemeinen Handlungsanweisungen: Waschen Sie sich die Hände, meiden sie größere Menschenansammlungen und verlassen Sie das Haus nur, wenn es absolut nötig ist! Das kann man gar nicht oft genug sagen.“