1. Neuss

Im Mais gefangen: Tiersuchhund rettet Dackel Paul in Neuss das Leben

Im Mais gefangen : Tiersuchhund rettet Dackel Paul das Leben

Da kam der entlaufene Dackel Paul noch mal mit dem Schrecken davon: Durch den Einsatz eines Tiersuchhundes konnte er nach 30 Stunden ohne Lebenszeichen am Uedesheimer Rheinbogen wieder aufgefunden und Herrchen und Frauchen übergeben werden.

Seit Montag Mittag suchte Familie Otterbach nach ihrem Rüden Paul. Er war beim Spaziergang in den Wiesen des Uedesheimer Rheinbogens samt zehn Meter Schleppleine einem Wildtier gefolgt und war danach nicht mehr auffindbar. Noch eine ganze Weile warteten seine Menschen, bevor sie neben anderen wichtigen Stellen auch den Jagdpächter informierten. Er eilte sofort mit einer Wärmebildkamera zu Hilfe, doch trotz intensiver Suche konnte der Hund nicht ausfindig gemacht werden.

Noch in der Nacht suchte die Familie nach Unterstützung – ein Suchhund sollte helfen. Im Internet fanden sie den Verein Suchhundeinsatz und nahmen am Folgetag direkt Kontakt mit der Pettrailerin Mandy van den Borg aus Essen auf. Aufgrund des Ausbleibens jeglicher Sichtungen und der Gefahr des Festhängens mit der Leine entschied sie sich, unverzüglich in den Einsatz zu fahren. Es bestand zweifelsohne eine konkrete Gefahr für Leib und Leben des Tieres.

Unterstützt wurde sie dabei vereinsübergreifend durch eine Kollegin vom K-9 Suchhundezentrum Grevenbroich, die als Suchhelferin während der Suche die Hundebesitzer anleitet und in kritischen Situationen Hund und Hundeführerin sichert und als Beraterin zur Seite steht.

 Pettrailerin Mandy van den Borg mit den Suchhunden Feline und Milka.
Pettrailerin Mandy van den Borg mit den Suchhunden Feline und Milka. Foto: Suchhundeinsatz e.V.

Am Radweg in Richtung Rhein, dem letzten Sichtungspunkt, nahm die speziell für die Tiersuche ausgebildete fünfjährige Tierschutz-Mischlingshündin Milka anhand von Haaren von Paul dessen Geruch auf. Bereits nach wenigen Metern war die grundsätzliche Richtung klar. Über die großen offenen Wiesenflächen und Felder ging es weiter zwischen den Maisfeldern mittig hindurch.

Aber auch der folgende Hang am Wäldchen war noch nicht das Ziel der zierlichen Hündin. An einem weiteren Maisfeld angekommen hielt Suchhund Milka kurz inne und entschied sich dann für den Weg ins Feld. Sie wechselte dauernd die Reihen, so dass alle Mühe hatten, ihr zu folgen. Plötzlich verlangsamte Milka ihr Tempo und kurz darauf war ein Knurren zu hören. Milka hatte den richtigen Riecher: nur wenige Meter weiter hatte sie den Rüden im Mais erschnüffelt und als sich die beiden Hunde Nase an Nase gegenüberstanden, war die Freude aller Beteiligten groß.

 Der kleine Paul verhedderte sich mit seiner Leine im Maisfeld und konnte sich nicht mehr allein befreien.
Der kleine Paul verhedderte sich mit seiner Leine im Maisfeld und konnte sich nicht mehr allein befreien. Foto: Suchhundeinsatz e.V.

Pauls Besitzer waren so überrascht, dass sie ihr Glück kaum fassen konnten. Nachdem der vor Freude bellende Paul etwas beruhigt worden war, dauerte es noch einige Zeit, bis der Dackel befreit werden konnte. Der Vierbeiner hatte sich komplett mit der Leine im Mais verheddert, so dass er weder vor noch zurückkam. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten Frauchen und Herrchen den Ausreißer endlich wieder in ihre Arme schließen. Für beide Hunde ging es dann zusammen zu den Autos, wo auf Paul eine warme Hundebox und auf Milka eine große Futterbelohnung wartete.

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Hunde sehen die Welt mit ihrer Nase, sie weist ihnen den Weg. Sie verfügt über 220 Millionen Riechzellen. Hunde können damit großartige Leistungen vollbringen, sie können zum Beispiel stereo riechen. Außerdem sind sie in der Lage eine Vielzahl von Gerüchen abzuspeichern. Die Nasenspezialisten, so genannte Pettrailer (Tiersuchhunde) können Leben retten. Sie sind, genau wie ihre Hundeführer, speziell für die Tiersuche ausgebildet.

Pettrail-Hunde suchen Tiere nach ihrem Individualgeruch anhand eines Geruchsträgers (zum Beispiel Kamm, Körbchen oder Kot). Dabei wird bei jedem Fall genau überlegt, ob die Suche durch einen Hund sinnvoll ist. Denn oft werden durch gut gemeinte, aber unbedachte Such- und Einfangaktionen die Tiere weggetrieben und unnötig in Gefahr gebracht.

 Fix und fertig, aber überglücklich: Nach 30 Stunden Abenteuer im Maisfeld ist Paul wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.
Fix und fertig, aber überglücklich: Nach 30 Stunden Abenteuer im Maisfeld ist Paul wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. Foto: Suchhundeinsatz e.V.

Der Verein Suchhundeinsatz e.V. wurde Anfang 2015 in Essen gegründet. Ziel des Vereins ist es, mit speziell ausgebildeten Suchhunden entlaufene Tiere zu finden und zu den Besitzern zurückzubringen. Zu diesem Zweck bildet der Verein auch Nachwuchs-Teams aus. Zudem ist die Unterstützung des Tierschutzes den Mitgliedern ein besonderes Anliegen. Die Trailer können seit Beginn ihrer Tätigkeit im Jahr 2013 auf eine Vielzahl von erfolgreichen Einsätzen zurückblicken. Die Arbeit der Tiersucher ist ehrenamtlich.

Weitere Informationen finden Sie auf www.suchhundeinsatz.de und auf facebook.com/suchhundeinsatz.