SPD spricht von „Blockadepolitik“ von CDU und Grünen: Jröne Meerke: Was die Politiker fordern

SPD spricht von „Blockadepolitik“ von CDU und Grünen : Jröne Meerke: Was die Politiker fordern

Bereits auf der Ratssitzung im Mai wurde das Thema heiß diskutiert: Die SPD hatte einen Antrag mit zahlreichen Verbesserungen für das Jröne Meerke auf die Tagesordnung gestezt, doch der wurde bis heute nicht behandelt. Der SPD-Stadtverordnete spricht von „Blockadepolitik von CDU und Grünen“, die Christdeokraten hingegen fordern erst eine Lösung für die Gänseproblematik in dem Naherholungsgebiet im Neusser Norden.

Nordstadt. Nachdem Bürger auf der Veranstaltung „SPD Neuss im Dialog“ ihre Wünsche geäußert hatten, formulierte die SPD einen entsprechenden Antrag mit Vorschlägen zur Stärkung des Jröne Meerke als Naherholungsgebiet. Dieser Antrag wurde im Mai dieses Jahres in den Stadtrat eingebracht, hier auf Wunsch von CDU und Grünen ohne Abstimmung in den Planungsausschuss verwiesen, wo der Antrag dann von beiden Parteien in den Umweltausschuss verwiesen wurde – „mit der Ankündigung, dass in der Sitzung eine finale Entscheidung über den Antrag getroffen werden soll“, erinnert sich Thiel. „Leider haben die CDU und die Grünen in der Sitzung erneut verhindert, dass über den Antrag abgestimmt werden konnte“, so Thiel. Über den Antrag kann daher frühestens in der November-Sitzung des Ausschusses abgestimmt werden.

Die SPD möchte das „Jröne Meerke“ als Naherholungsgebiet stärken und durch zusätzliche Attraktionen für alle Altersklassen weiter aufwerten. Die Verwaltung solle prüfen, ob beispielsweise ein kleiner Bewegungsparcours für ältere Menschen oder ein Boule-Platz errichtet werden könnten.

Kritik übt Thiel auch an der Suche nach einer Lösung der Gänseproblematik. „Die CDU hat noch vor einiger Zeit lautstark eine Bejagung der Kanada- und Nilgänse gefordert“, erklärt Heinrich Thiel. Um das zu ermöglichen, habe die Stadt Neuss vor einiger Zeit einen entsprechenden Antrag an den hierfür zuständigen CDU-Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gestellt. Die Grünen als Koalitionspartner der CDU hätten dann allerdings in der Sitzung des Umweltausschusses mitgeteilt, dass sie die von der CDU geforderte Bejagung der Gänse notfalls mit einem Antrag verhindern würden. „Wir würden uns freuen, wenn CDU und Grüne sich hier endlich auf eine gemeinsame Position einigen könnten“, sagt Heinrich Thiel.

Ingrid Schäfer, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Grünflächen sowie Geschäftsführerin des Initiativkreises Nordstadt, macht deutlich, dass bereits seit längerer Zeit eine Abschussgenehmigung für die Kanadagänse vorliege, aber die CDU diese radikale Lösung nicht unterstütze. Sie führt die Möglichkeit an, einen Steg zu der Insel anlegen zu lassen, auf der die Gänse brüten. So könne der Fuchs für eine natürliche Auslese sorgen. Den Vorwurf der „Blockadepolitik“ weist sie entschieden zurück: „Ich kann nur an die Verwaltung appellieren, endlich etwas gegen die Gänseproblematik zu tun!“ Bevor hier keine Lösung gefunden werde, sei das Jröne Meerke als Naherholungsgebiet kaum nutzbar und Forderungen zum Beispiel nach einem Bewegungsparcours nicht umsetzbar. Eine Boulebahn, wie von der SPD gefordert, stoße wahrscheinlich kaum auf Interesse, eine Gastronomie im ausgewiesenen Naherholungsgebiet Jröne Meerke sei nicht machbar.

Rolf Retzlaff

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