1. Kaarst

Facebookgruppe immer beliebter: Kaarst hat das Steinefieber gepackt

Anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern : Kaarst hat das Steinefieber gepackt

Nicht nur der Frühling macht Kaarst bunter, sondern auch kunstvoll bemalte Steine. „Man kann anderen Leuten damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist besonders in dieser Zeit wichtig“, freut sich Susanne Röttgen, die den Stein im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen gebracht hat.

Auf den Trend, Steine zu bemalen und sie am Wegesrand für andere auszulegen, wurde die Kaarsterin bei einem Besuch bei ihrem Sohn und Enkelkind in Witten aufmerksam: „Jedes Mal, wenn wir dort spazieren gegangen sind, haben wir tolle Steine gefunden. Bei meinem Sohn haben wir dann auch die ersten Steine bemalt, die ich mit nach Kaarst gebracht habe.“

Finden, freuen, posten – so lautet die Idee hinter dem Trend. Wie Röttgen herausfand, gab es schon für viele Städte entsprechende Gruppen, wo man seine Funde präsentieren konnte, doch für Kaarst noch nicht. So gründete sie Ende Februar die Facebookgruppe „Kaarster_Steine...“, die mittlerweile über 400 Mitglieder hat. „Ich hätte nicht gedacht, dass so schnell so viele Mitglieder zusammenkommen“, freut sich die Initiatorin über das positive Feedback. Immer mehr Kaarster packt das Steinefieber, täglich werden die selbstbemalten oder gefundenen Schätze in der Gruppe präsentiert, bevor sie auf die Reise geschickt werden. Richtige kleine Kunstwerke sind dabei.

Laut Röttgen eignen sich am besten Acrylfarben und damit diese lange halten, sollten die Steine mit Klarlack lackiert werden. Außerdem sollten sie mit dem Hinweis auf die Gruppe „Kaarster_Steine..“ sowie „finden, freuen, posten“ versehen werden. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, doch man solle auch an die Natur und Tierwelt denken, betont Röttgen: „Wir hatten auch eine Dame, die hat Seine behäkelt. Aber das sollte man lieber nicht machen, weil sich Tiere daran verletzten könnten.“

Der fünfjährige Philipp Scholz hat viel Spaß bei der Suche nach den Steinen. Foto: privat

Das Schöne an dem Trend: Es hat wirklich jeder Spaß am Bemalen, Suchen und Finden, egal ob Jung oder Alt. Das findet auch Gruppenmitglied Christine Scholz so toll daran: „Mein Sohn Philipp hat seinen Kindergartenfreunden davon erzählt und dann waren alle sofort begeistert. Und meine 87-jährige Nachbarin bringt mir die Steine und bittet darum, die zu posten, weil sie nicht bei Facebook ist.“ Scholz selbst male am liebsten Motive aus den gängigen Kinderserien. „Da gibt es auch ein richtiges Sammelfieber, dass manche zum Beispiel alle sechs Figuren von Paw Patrol zusammenkriegen wollen“, lacht sie.

Es spiele keine Rolle, wo man unterwegs sei, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, man halte immer Ausschau nach den bunten Findlingen, die einem wirklich überall begegnen können. „Die Verstecke werden schon ausgefallener, am Anfang war das noch so auf dem Weg, mittlerweile muss man in Baumstümpfen und Wurzeln gucken. Das macht den Kindern natürlich auch viel Spaß“, so Scholz. Besonders beliebt zum „Auswildern“ der Steine seien der Stadtpark und das Rathaus.

Genau dort hat die Gruppe auch eine Aktion gestartet: Dort wurde der Anfang für eine „Schlange“ gelegt, die während der Corona-Zeit weiter wachsen soll. Hier gilt: Keine Steine wegnehmen, nur dranlegen. Die Zukunft wird zeigen, wie weit die Kaarster Steine reisen werden. Röttgen wird bei ihrem nächsten Besuch in Witten welche verstecken und laut Scholz kommen demnächst welche in die Eifel: „Eine Freundin, die auch mitmacht, die hat ein Häuschen in der Eifel und nimmt jetzt auch Kaarster Steine mit.“