Bärbel Edith Kohler will Bürgermeisterin der Stadt Neuss werden

Wahl am 30. September+++Sie will Wirtschaft stärken und Gemeinsinn fördern : Bärbel Kohler – die dritte potenzielle Bürgermeisterkandidatin der CDU

Die Mitglieder der Neusser CDU haben auf ihrer Versammlung am 30. September (19 Uhr, Stadthalle) bei der Kür des Bürgermeisterkandidaten die Qual der Wahl: Neben Sebastian Rosen und Jan-Philipp Büchler strebt auch Bärbel Edith Kohler das Amt der Stadtchefin an. Sie appelliert an den Gemeinsinn der Bürger. Ein Besuch bei der 60-Jährigen in der „Gripsmühle“, ihrem Büro an der Quirinusstraße.

Neuss. Im Schatten des Münster – an der Quirinusstraße – empfängt sie als PersonalCoach und Beraterin ihre Kunden. Hier wurde auch der Grundstein zu ihrer Kandidatur gelegt. Ulrich Gross, lange Jahre Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen und jetzt freier Unternehmensberater in Bürogemeinschaft mit Bärbel Kohler, hatte Anfang des Jahres mit Kohler über die möglichen CDU-Kandidaten diskutiert. „Wir waren uns einig, dass die CDU rechtzeitig einen richtig schlagkräftigen Kandidaten mit Profil vorstellen muss“, so Kohler. Gross’ Forderung „Dann mach’s Du doch“ fiel auf fruchtbaren Boden. „Ich habe keine Angst davor, ich freue mich auf die neuen Aufgaben“, sagt Kohler und weist darauf hin, dass diese Idee – wie passend – im ehemaligen Büro des erfolgreichen Neusser Unternehmers Hermann Josef Werhahn entstanden sei – und dieses Büro nannte er liebevoll „Gripsmühle“.

Von dieser „Ideenschmiede“ aus zieht Bärbel Kohler jetzt los, um die CDU-Mitglieder von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Ulrich Gross wird ihr als Wahlkampfberater zur Seite stehen. Ihr Motto übernimmt sie von Hermann Josef Werhahn: Wie er setzt sie auf „Tatkraft, Gerechtigkeit, Besonnenheit“. Ihre Stärken sieht sie in ihrer Offenheit, Kommunikations- und Analysefähigkeit sowie Ehrlichkeit – „auch wenn sie manchmal weh tut“, schmunzelt Kohler.

Bürgermeister Reiner Breuer will sie „nicht knacken, ich will mit meinem Wahlkampfprogramm überzeugen“. Als langjähriges Mitglied des Vorstands der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) legt sie einen Schwerpunkt auf die Förderung der Wirtschaft, „denn die bringt über Gewerbesteuern Geld in die Stadtkasse, mit der soziale Leistungen erbracht werden können.“ Es müssten neue Gewerbegebiete erschlossen, der Strukturwandel aufgrund des Stopps des Braunkohleabbaus berücksichtigt werden. In Sachen Klimaschutz setzt sie unter anderem auf eine stärkere Aufforstung und Gebäudebegrünung, die vom Neusser Unternehmen Gartenbau Küsters bereits in anderen Kommunen sehr erfolgreich umgesetzt worden sei – in Neuss allerdings nicht. Kohler fordert mehr Bürgerbeteiligung. Ein Beispiel: Der Bürger solle Bäume vor dem eigenen Haus selber gießen statt nach der Stadt zu rufen. In Sachen ÖPNV möchte sie kostenloses Busfahren als Pilotprojekt auf den Weg bringen und auf bestimmten Strecken kleine Busse für bis zu 20 Fahrgäste einsetzen. Doch auch hier seien die Bürger gefragt, sie müssten den ÖPNV annehmen. Nicht wie so manche Eltern, die morgens ihre Kinder mit dem Auto zum Gymnasium Marienberg brächten und die Straße zuparken würden. Kohler will rigoros handeln: „Da könnte man temporär bestimmte Straßen für den Verkehr sperren, damit die Kinder die letzten Meter zur Schule laufen.“

Eine Idee zum Thema Sicherheit: „Man könnte präventive dezentrale Beratungsangebote ähnlich des Schiedsleute-Systems auf den Weg bringen“, schlägt Kohler vor.

Ulrich Gross sieht in Kohler eine Kandidatin, die überzeugen und die Neusser zum Mitwirken animieren kann: „Die Bürger sollen sich integriert statt regiert fühlen!“Rolf Retzlaff

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