1. Kaarst

Gastronomen in Kaarst öffnen: Sie brauchen mehr Platz für Gäste

Gastronomie wieder geöffnet : Gastronomen brauchen mehr Platz für Gäste

Vor rund zwei Wochen hatten die Kaarster Gastronomen mit der Aktion „Leere Stühle“ auf ihre Situation aufmerksam gemacht. In dieser Woche durften sie unter strengen Auflagen ihre Lokale wieder öffnen. Dennoch geht der Kampf ums Überleben für Kneipen, Restaurants und Cafés weiter. Die SPD fordert mehr Unterstützung für die Branche.

Die Kaarster Gastronomen hatten Hunderte leere Stühle auf den Neumarkt vor dem Rathaus platziert. „In Zeiten von Corona steht hinter jedem solcher Stühle eine bedrohte Existenz“, weiß Michael Schreinermacher, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Kaarst-Mitte und selbst Gastronom (Gaststätte Altes Rathaus und Stadtcafé PapalaPub). Jetzt haben die Gastronomen wieder ihre Türen geöffnet.

Doch aufgrund der verminderten Anzahl an Plätzen für die Gäste ist mit einem geringen Umsatz zu rechnen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband spricht von Einbußen bis zu 70 Prozent. Hinzu kommen die Investitionen für aufwendige Hygienemaßnahmen. Schließlich steht für die Gastronomen die Gesundheit ihrer Gäste an erster Stelle. Weniger Einnahmen - und die Kosten laufen weiter. Wie kann die Stadt da unterstützen?

„Wir brauchen mehr Flächen, auf denen wir unseren Gästen Platz anbieten können“, so Schreinermacher. Dies hat die SPD aufgegriffen. „Die schrittweisen Lockerungen ermöglichen, dass unsere Gastronomie nun wieder öffnen kann, trotzdem werden die Einnahmen durch die strengen Regelungen erstmal geringer ausfallen als vor der Krise“, erklärt SPD-Bürgermeisterkandidat Lars Kuhlmeier. „Daher müssen wir die Rahmenbedingungen für die Außengastronomie möglichst großzügig auslegen. Insgesamt brauchen wir ein ganzheitliches Konzept, um die Gastronomie zu unterstützen.“

Die SPD Fraktion hat für den nächsten Hauptausschuss am 28. Mai einen Antrag gestellt, die Außengastronomie der Betreiber von Hotels, Restaurants, Cafes und Kneipen so unbürokratisch wie möglich und soweit wie möglich zu erweitern. Zudem soll ein Konzept erarbeitet werden, welche flankierenden Maßnahmen weiter ergriffen werden können, um den Bestand zu sichern. „Wer 100 Euro Kosten hat, aber auf Dauer nur 60 Euro einnimmt, der kommt ohne große Rücklagen nicht durch die Krise“, betont Kuhlmeier. Wie auch immer: Mit einem Besuch kann jeder die Kaarster Gastronomie unterstützen - denn sie bereichert die Gesellschaft, ist sozialer und kultureller Treffpunkt.