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Drive-In-Comedy Kaarst: Von der „bekloppten Idee“ zum Publikumsrenner

Drive-In-Comedy : Von der „bekloppten Idee“ zum Publikumsrenner

Aufatmen beim Kaarster Kulturmanager Dieter Güsgen : „Das erste Wochenende in Deutschlands größtem Drive-In-Comedy-Camp in Kaarst ist gelungen! Unser Plan ist aufgegangen. Die Menschen hatten wieder Spaß“, verkündete er stolz.

Die Premiere des ambitionierten Drive-In-Comedy-Projektes auf dem drei Hektar großen Drive-In-Comedy-Bereich auf dem alten IKEA-Gelände mit den Topstars der Branche kann man als gelungen bezeichnen. Lisa Feller machte am 24. April den Anfang, am nächsten Tag folgte Torsten Sträter. Beide Termine waren gut besucht und sowohl Künstlern als auch Zuschauern war anzumerken, dass sie die Gelegenheit „mal wieder rauszukommen“ - und (auch unter den offiziellen Corona-Sicherheitsmaßnahmen) Spaß zu haben und aktiv zu werden.

Was als „bekloppte Idee“ im Frühstückstisch-Gespräch zwischen Dieter Güsgen und seiner Ehefrau begann, hat sich als ein tragfähiges Konzept für Live-Entertainment in der Coronakrise erwiesen. Nach den Shows traten Hunderte glückliche Menschen die Heimreise an. Die Premiere überzeugte, doch jetzt muss sich zeigen, ob die Nachfrage nach Karten auch weiterhin stark bleibt oder ob es nur der Reiz des Neuen war, der die Fans nach Kaarst zog. Sogar Nummernschilder aus Thüringen wurden am Wochenende gesichtet. Da das ganze Konzept sehr aufwendig ist, bleibt am Ende natürlich nicht viel gewinn unter dem Strich übrig. Außerdem kamen unvorhergesehene Kosten dazu, etwa als sich herausstellte, dass der Boden des Geländes nicht für so viele Autos geeignet ist und ein spezieller Boden verlegt werden musste.

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Doch ums große Geld geht es Güsgen und seinem Team auch gar nicht. „Es ist wichtig, in Bewegung zu bleiben, den Menschen etwas zu bieten und auch den Künstlern in schweren Zeiten eine Möglichkeit zu geben, aufzutreten.“ Mittlerweile standen schon Comedian Ingo Appelt, Konrad Beikircher und der Kabarettist und erklärte Auto-Fan Jürgen Becker auf der Bühne.

Der Preis pro Ticket liegt bei 59,40 Euro je Auto, Kinder aus dem eigenen Haushalt dürfen auf die Rücksitze. Der Terminkalender ist voll: 8. Mai Comedian Dave Davis, 9. Mai Abdelkarim, 10. Mai Stephan Bauer, 15. Mai Konzert mit Kasalla, 17. Mai Basta – A Capella, 22. Mai: Tobias Mann und 24. Mai Jörg Knör und Riccardo Doppio. Weitere Künstler und Shows sind noch in der Planung. Insbesondere wenn festgestellt wird, dass der Bedarf anhält und die Shows gut besucht werden, dann wäre eine Fortsetzung der Reihe bis Ende Juni denkbar.

Das größte Problem bisher: Zu viel Begeisterung. Bei der Premiere meinten einige Autofahrer noch, ihren Applaus per Hup-Konzert ausdrücken zu müssen. „Das führte dazu, dass sich ein Anwohner beschwert hat“, berichtet Dieter Güsgen, „aber mit dem Mann sind wir im Gespräch und ich bin sicher, dass wir das klären können. Vor den Auftritten weisen wir die Besucher jetzt darauf hin, was angebracht ist und. Wer applaudieren möchte, kann das am besten über Lichthupe und seine Scheibenwischer machen.“