Roland Sperling (Linke) kandidiert um das Neusser Bürgermeisteramt

Die Linken schicken ihren Kandidaten ins Rennen : Roland Sperling will Bürgermeister werden

Ein weiterer Hut liegt im Ring für die 2020 anstehende Bürgermeisterwahl – und zwar der von Roland Sperling, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke. Am Dienstagabend hatte seine Partei ihn ernannt.

„Dass wir uns überhaupt entschieden haben, mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen zu gehen, liegt an der Tatsache, dass wir mit vielen Dingen unzufrieden sind, die in der Verantwortung des Bürgermeisters liegen“, erklärt Sperling seinen Antrieb. „Wir sind mit Bürgermeister Breuer unzufrieden, vertrauen aber nicht darauf, dass die CDU es besser machen würde. Wenn es überhaupt mal Inhalte geben soll, müssen wir es selber machen“, ist er überzeugt.

Sollte er Bürgermeister von Neuss werden, stünde ein Problem für ihn ganz besonders weit oben auf der Tagesordnung: „Wir brauchen in Neuss dringend preiswerten Wohnraum und mehr Sozialwohnungen. In seinem Wahlkampf 2015 kündigte der Bürgermeister an, sich dafür einsetzen zu wollen. Tatsächlich haben wir heute sogar noch weniger Sozialwohnungen, als noch vor vier Jahren.“

In diesem Zusammenhang weist Sperling noch einmal auf die „Airbnb“-Problematik hin, die er als „Missbrauch von Wohnungen“ bezeichnet: „Das sind alles Wohnungen, die Neusser Familien nicht mehr zur Verfügung stehen. In Düsseldorf hat man es geschafft, es zu verbieten – damit wächst der Druck auf Neuss“, so der Rechtsanwalt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den Linken ist die aktuelle Klimapolitik. „Da betreibt der Bürgermeister nur Symbolpolitik. Er trifft sich zum Beispiel mit den jungen Menschen von Fridays for Future, setzt aber nichts von deren Ideen um“, meint der Bürgermeisterkandidat und findet, fast noch schlimmer: „Die CDU betreibt nicht einmal Symbolpolitik.“

Seiner Partei sei es zu verdanken, dass beschlossen wurde, dass Neuss bis 2035 klimaneutral werden solle. Und für das Klima möchte er sich auch weiterhin einsetzen. In seiner Rede an die Parteigenossen sprach er von einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt, dem Ausbau der Radweg-Infrastruktur und weiterer Wege, um eine Verkehrswende herbeizuführen.

Es gibt viele Themen, die sich der Linkenpolitiker auf die Fahne geschrieben hat: eine Bedarfsprüfung der geplanten Gewerbegebiete, die Zukunft des Clemens Sels Museums oder mehr Bürgerbeteiligung – mit mehr Entscheidungskraft für die Neusser – zum Beispiel. „Für mich ist die CDU keine Alternative, da ihre Ansichten denen des Bürgermeisters zu ähnlich sind. Mir traue ich das zu – ich habe gute Chancen“, gibt sich Sperling kämpferisch.

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